Dienstag, 6. Februar 2018

Musikalische Großtat




BNN_29_01_2018_Ausgabe Kultur Karlsruhe Seite 27
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der BNN Karlsruhe und des Autors

Sonntag, 28. Januar 2018

Beethovens Neunte in der Christuskirche Karlsruhe


Fünf Minuten Standing Ovations

Beethovens Neunte in der Christuskirche Karlsruhe

Copyright Bernadette Fink

Man hätte die sprichwörtliche Stecknadel nicht nur fallen, sondern sogar dröhnen hören können. So intensiv war die Spannung, die nach dem Schlussakkord im Rund der ehrwürdigen Christuskirche mit Händen zu greifen war, bevor sie sich im minutenlangen stehenden Beifall der 900 Konzertbesucher entlud.

"Schuld" daran waren die etwa 180 Mitwirkenden aus dem Sinfonieorchester an der DHBW Karlsruhe, dem Chor proVocal Münzesheim und dem Badischen JugendChor. Der Konzertabend war einem einzigen Werk gewidmet: Beethovens 9. Sinfonie, auch rund 200 Jahre nach der ersten Aufführung immer noch ein Gipfel und Maßstab in der klassischen Musik. Für die Solistenpartien im Finalsatz waren mit Christiane Libor (Sopran), Franziska Neumann (Alt), Christian Elsner (Tenor) und Friedemann Röhlig (Bass) vier renommierte, weltweit gefragte Spezialisten ihres Fachs am Start. Die musikalische Leitung hatte Matthias Böhringer, Dirigent aller beteiligten Ensembles.

Ob zum Ausklang des Jahres, als kulturelle Umrahmung politischer Treffen oder als musikalische Begleitung historisch bedeutsamer Ereignisse: Die Neunte wird gerne genommen, wenn es feierlich zugeht. Oft genug erschöpft sich das dann in abgeklärtem Musizieren und ungeduldigem Warten, bis die Götterfunken endlich zünden.

Wie viel mehr in Beethovens Musik steckt und wozu auch Laienensembles in Sachen Intensität und Emotionalität fähig sein können, zeigte hingegen der Abend in Karlsruhe eindrucksvoll. Die Interpretation des auswendig dirigierenden Matthias Böhringer trieb die vielen MusikerInnen und SängerInnen zum Äußersten und ließ niemanden in den vollbesetzten Reihen unberührt, wozu auch auch die einmalige Konzertakustik dieses Kirchenraumes ihren Beitrag leistete.

Knapp fünf Monate intensiver Probenarbeit waren der Aufführung vorangegangen, wobei zu den regulären Wochenproben zahlreiche Extrasitzungen in unterschiedlichen Besetzungen hinzukamen. Die Konstellation, dass Dirigent Böhringer regelmäßig mit allen Beteiligten proben und die jeweiligen "Baustellen" gezielt angehen konnte, erwies sich in diesem Fall als besonders glücklich, denn es brauchte nur einen Probenblock, um Musik und Gesang zusammenzubringen.

In der 9. Sinfonie setzt sich Beethoven mit allen Stimmungen und Schattierungen auseinander, die das Leben bereithält, und zwar in ihrer extremeren Form: Das Tableau reicht von enttäuschter Hoffnung und abgrundtiefer Verzweiflung bis zum völligen Einssein mit sich und der Welt, wobei sich die jeweiligen Stimmungen oft krass und ohne Vorwarnung ins Gegenteil kehren.

Diese Kontraste herauszuarbeiten gelang den Mitwirkenden eindrucksvoll: der diffus-murmelnde Beginn mit folgendem gewaltigen Aufbrausen des ersten Satzes, die von kurzen heiteren Momenten unterbrochenen Nadelstiche des Scherzos, die überirdisch beseelte Harmonie im dritten Satz, die ins Ekstatische mündenden "angenehmeren" Tönen des berühmten Finales, bei dem sich Chöre und Solisten mit höchster sprachlicher Präzision und größter Intensität und Inniglichkeit im Gesang zur Musik des Orchesters dazugesellten.

War es zu Anfang noch ein fernes Ziel mit ungewissem Ausgang, lässt der Abend in der Christuskirche nur ein Fazit zu: Beethovens Neunte so zu Gehör gebracht zu haben, war ein außergewöhnliches Erlebnis und wird mit Sicherheit als ein absoluter Höhepunkt in die Geschichte der beteiligten Ensembles eingehen.

 

Donnerstag, 28. Dezember 2017

"Das andere Orchester" widmet sich Beethovens Neunter



Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Frau Nina Setzler/BNN-Ausgabe Karlsruhe Stadt-Kultur 28.12.17

Donnerstag, 2. November 2017

Erfolgreiche Konzertreihe geht in die nächste Runde: 5. Karlsruher Proms unter dem Motto „Von Brahms bis Bernstein“


Fast alles mit B – aber alles andere als B-Ware! Auch bei der 5. Karlsruher Proms am 14. Juli 2018 im Konzerthaus können sich Musikliebhaber auf einige Leckerbissen freuen, die nicht zur üblichen Kost in den Konzertsälen gehören.

Dieses Mal spielt sich das Programm zwischen Brahms und Bernstein ab – und fast alle dargebotenen Komponisten beginnen ebenfalls mit diesem Buchstaben. Das jedoch eher zufällig, denn wie immer steht der Kerngedanke der Proms-Reihe im Fokus: das Publikum auf musikalische Entdeckungsreisen mitzunehmen und dabei die ganze Vielfalt zwischen Klassik, Filmmusik und anderen Genres mit Leben zu erfüllen.
In diesem Sinne eröffnet ein Auszug aus dem selten aufgeführten „Triumphlied“ von Johannes Brahms den Abend. Im grandiosen doppelchörigen „Halleluja“ werden erneut der Meisterchor proVocal und der Badische JugendChor das Sinfonieorchester an der DHBW Karlsruhe verstärken.
Im weiteren Verlauf erklingen Werke von Berlioz und Borodin, bei denen wieder junge Solisten der Hochschule für Musik in Karlsruhe ihr Können zeigen – auch das ist gute Proms-Tradition und Beleg dafür, dass die Reihe ein fester Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt geworden ist.

Das feurige Intermezzo des spanischen Meisters Bellido aus der Zarzuela „La Boda de Luis Alonso“ leitet über in einen kleinen Opernblock von Bizet mit einem Chorauszug aus der Bühnenmusik „L’Arlésienne“, deren Melodien heute nur noch als Suiten in der Konzertpraxis gespielt werden. Anschließend folgt das sogenannte „Perlenfischer-Duett“ aus Bizets Oper „Die Perlenfischer“.
Die erste Konzerthälfte wird beendet mit der „Storm Cloud Cantata“, ein konzertantes Werk des australischen Komponisten Arthur Benjamin. Geschrieben wurde es für eine Attentatsszene in der Royal Albert Hall aus dem Film „Der Mann, der zuviel wusste“ von Alfred Hitchcock.

 
Die zweite Konzerthälfte wird ebenfalls mit einem „Hallelujah“ eröffnet, allerdings mit Filmmusik, die fast 100 Jahre nach Brahms komponiert wurde. Der Film "Hallelujah-Trail" oder wie er in der Deutschen Version heißt, "Vierzig Wagen Westwärts", ist ein mit viel Musik und Gesang unterlegter Western, die der amerikanische Komponist Elmer Bernstein schrieb. Als weiterer Filmmusik-Höhepunkt wird in der zweiten Hälfte der Chor „Chevaliers de Sangreal“ aus Hans Zimmers Soundtrack zu „Der Da Vinci Code“ die Zuhörer erfreuen.

Das Konzert findet dann mit Highlights des Komponisten Leonard Bernstein seinen krönenden Abschluss.

Der Kartenverkauf für die 5. Karlsruher Proms startet im Februar 2018.

Absolventenfeier 2017

Auch dieses Jahr umrahmt das Sinfonieorchester an der DHBW Karlsruhe unter der Leitung von Matthias Böhringer am 11. November 2017 den Festakt der Absolventenfeier in der Karlsruher Schwarzwaldhalle. Mit dabei sind außerdem die Solisten Flurina Stucki (Sopran) und Yiwei Xu (Tenor), die u.a. einen Ausschnitt aus der Oper "La Traviata" präsentieren werden.


Sonntag, 17. September 2017

Jetzt Karten für Beethovens Neunte sichern!

Heute in vier Monaten findet die Aufführung von Beethovens Neunter in der Karlsruher Christuskirche statt.
Da aus Erfahrung die Karten schnell vergriffen sind, sollten Sie nicht zögern und heute noch Karten unter karten@orchester-dhbw-ka.de bestellen.

Kartenpreis: 20,- Euro/ erm. 15,- Euro (Schüler/Studenten)
Folgende Sitzbereiche stehen zur Auswahl (innerhalb des jeweiligen Bereichs freie Platzwahl):

Kirchenschiff:
Außenschiff links, Mittelschiff links, Mittelschiff rechts, Außenschiff rechts
Empore:
Empore Mitte, Empore links, Empore rechts

In den nächsten Wochen finden Sie unter www.neunte-ka.com weitere Informationen zur Aufführung!

Freitag, 21. Juli 2017

Beethovens Neunte mit weit über 100 Mitwirkenden am 27. Januar in der Christuskirche Karlsruhe



Beethovens Neunte mit weit über 100 Mitwirkenden am 27. Januar in der Christuskirche Karlsruhe: Viel spektakulärer als bei uns kann das musikalische Jahr 2018 nicht anfangen - lass Dir dieses Highlight nicht entgehen!

Wir freuen uns über neue Mitspielerinnen und Mitspieler! Aktuell suchen wir Verstärkung auf folgenden Positionen:

 1. Fagott, 4. Horn, Streicher – insbesondere 1. Geigen und Kontrabässe.

Wenn Du wissen möchtest, ob „Das andere Orchester“ etwas für Dich ist, dann komm doch einfach zu unserer ersten Probe am

11. September 2017.

Für Streicher sind die ersten Wochen eine unverbindliche Kennlernphase. Bläser möchten wir gerne zusätzlich bei einem kleinen Probespiel kennenlernen (ein Stück Deiner Wahl, und kurzes Vom-Blatt-Spiel aus der Beethoven-Sinfonie).

Bitte prüfe, bevor Du Dich zum Vorspielen anmeldest, ob Du regelmäßig zu den Proben kommen kannst, denn die regelmäßige Teilnahme ist für die gemeinsame Orchesterarbeit unersetzlich! Wir wollen schließlich alles aus der Musik herausholen und uns immer weiterentwickeln, was unter unserem engagierten Dirigenten Matthias Böhringer erfolgreich funktioniert und riesigen Spaß macht.

Interessiert? Dann schreib am besten gleich eine Mail an info@orchester-dhbw-ka.de und erzähl uns auch etwas über Deine bisherigen musikalischen Erfahrungen.

Wir proben regulär montags von 19.30-21.30 Uhr im Casino der Dualen Hochschule, Erzbergerstr. 121, 76133 Karlsruhe.

Zusätzliche Termine für Registerproben etc. erfährst Du nach Kontaktaufnahme.
 

Montag, 17. Juli 2017

4. Karlsruher PROMS: Standing Ovations von Mozart bis Morricone


Wenn es die Besucher im Konzerthaus nicht mehr auf den Sitzen hält, ist PROMS-Zeit. Das war auch dieses Mal so, bei der inzwischen vierten Auflage des besonderen Sommer-Highlights in Karlsruhe. "Von Mozart bis Morricone" führte dieses Mal die musikalische Route, geplant und bereist vom Sinfonieorchester der Dualen Hochschule Karlsruhe, proVocal Münzesheim, dem Badischen JugendChor und den VOCALmen Malsch. "Magische Momente des Staunens und Entdeckens" wurden dem Publikum in Aussicht gestellt, und die annähernd 200 Mitwirkenden unter der souveränen Leitung von Matthias Böhringer, Dirigent aller beteiligten Ensembles, lieferten eindrucksvoll.

 

Wie bei den bisherigen Karlsruher PROMS setzte im ersten Teil die Klassik die Schwerpunkte. Den festlichen Auftakt bildete der erste Satz aus Mozarts "Jupiter-Sinfonie", gefolgt vom "Priesterchor" aus der "Zauberflöte", erhaben intoniert von den Männerstimmen. In die italienische Oper führte anschließend ein Verdi-Block. Größere Kontraste in musikalischen Stimmungen als bei den beiden Nummern aus "La Traviata" sind wohl kaum denkbar. Zunächst erzeugte das Vorspiel zum dritten Akt Verzweiflung und Todesahnung, wobei dem Orchester in Sachen Emotionalität alles abverlangt wurde. Das anschließende bekannte "Libiamo-Trinklied" breitete dagegen höchsten Überschwang und Lebensfreude im Saal aus. Hierbei zeigten die Solisten Flurina Stucki (Sopran) und Yiwei Xu (Tenor) nicht zum letzten Mal an diesem Abend eine ideale Kombination aus großer Stimme und ebenso großer Bühnenpräsenz. Monumentaler Klang füllte anschließend beim dramatischen Eröffnungschor "Gli arredi festivi" aus der Oper "Nabucco" das Konzerthaus.

 

Mit der romatisch gefärbten Titelmusik aus dem Film "Ladies in Lavender" des Briten Nigel Hess hatte die junge Solo-Violinistin Soo-Jin Hirsch ihren ersten, vom Publikum begeistert aufgenommenen Auftritt.
 
Den Schluss des ersten Konzertteils bildete eine echte Rarität: "Towards the Unknown Region" ist ein monumentales Chor- und Orchesterstück des englischen Komponisten Ralph Vaughan Williams aus dem Jahr 1906. Der auf Versen von Walt Whitman basierende Text handelt vom Menschen in der extremen, existenziellen Situation der Begegnung mit dem Unbekannten, wofür es keinerlei Orientierung und Vorerfahrung gibt. Die romantisch gefärbte, aber schon deutlich in die Moderne vorausweisende Musik lebt von großen Kontrasten in Harmonie und Dynamik. Die Intensität, mit der Chor und Orchester sich dieser Herausforderung annahmen, riss das Publikum mit.

 


Auch beim Auftakt zum zweiten Teil war der Jupiter das Thema, dieses Mal als Namensgeber des vierten Satzes aus "Die Planeten" von Gustav Holst. In der vor rhythmischen Einfällen nur so sprühenden Musik macht der Planet seinem Beinamen als "Freudenbringer" alle Ehre, während sich in der eingefügten Melodie des Liedes "I Vow to Thee, My Country" das typische englische Pathos einstellte, das zu jeder Proms-Aufführung dazugehört. 

 

Weiter ging es in der Welt der Filmmusik. "Tara's Theme" von Max Steiner aus dem Allzeitklassiker "Vom Winde verweht" machte den Anfang und signalisierte dem Publikum, dass jetzt die Zeit für große Gefühle gekommen war. Die gab es in der anschließenden Darbietung der Chöre auf ganz ungewohnte Weise. Die Sängerinnen und Sänger interpretierten die Melancholie des bekannten Tangos "Adiós Nonino" von Astor Piazolla a cappella, wobei die unterschiedlichen rhythmischen Schichten des Stückes lautmalerisch ausgedrückt wurden. Ein besonderes Arrangement, das die Besucher mit viel Beifall bedachten. Dem dritten Gesangssolisten des Abends, Bariton Marcel Brunner, gehörte dann bei Gershwins "Slap that Bass" die Bühne, und er brillierte mit starker Stimme und lässigem Swing, dem sich auch das auf den Punkt begleitende Orchester hingab. Weiter ging es mit dem Kontrast zwischen wilder Lebensfreude und existenzieller Angst, der in Fellinis Filmklassiker "La Dolce Vita" ausgearbeitet wird. Die kongeniale Musik von Nino Rota fasziniert durch stimmungsvolle Klanschattierungen und außergewöhnliche Rhythmik. Auch dieser Spagat gelang dem Orchester überzeugend.

Im Duett mit Flurina Stucki zeigte Marcel Brunner anschließend ganz großes Kino beim Liebesthema "Your Love" aus dem Italowestern-Monument "Spiel mir das Lied vom Tod".
 
Als Endpunkt des diesjährigen PROMS-Mottos widmeten die Akteure dem Komponisten Ennio Morricone mit "Se", dem Titellied aus "Cinema Paradiso" ein weiteres Highlight im Programm, bei dem Flurina Stucki, Yiwei Xu und Soo-Jin Hirsch die solistischen Glanzpunkte in einem Arrangement setzten, das in Deutschland erstmals aufgeführt wurde.

Am Schluss des offiziellen Teils stand mit dem Song "Let There Be Peace on Earth" eine Botschaft, die im Angesicht von Krieg, Terror, Flucht und Vertreibung leider nichts an Aktualität verloren hat, aber dennoch hoffnungsfroh stimmt. Mit "Music"von John Miles als Zugabe verabschiedeten sich die Beteiligten vom restlos begeisterten Publikum. 

 

Sonntag, 16. Juli 2017

4. Karlsruher PROMS - Von Mozart bis Morricone

 
 
Ein ausführlicher Konzertbericht und weitere Fotos folgen in den nächsten Tagen!

Dienstag, 11. Juli 2017

Beethovens Neunte in der Christuskirche Karlsruhe

Die 9. Sinfonie von Beethoven ist Unesco-Weltdokumentenerbe und Europahymne und wurde erst letzte Woche auf Wunsch der Bundeskanzlerin beim G20-Gipfel in Hamburg aufgeführt.
Auch das Sinfonieorchester an der DHBW Karlsruhe wird sich diesem großartigen Werk in seinem nächsten Programm widmen und die Sinfonie am 27. Januar 2018 um 19 Uhr in der Christuskirche Karlsruhe zu Gehör bringen. Dafür muss weder die halbe Stadt gesperrt werden, noch ist mit Tausenden von Gegendemonstranten zu rechnen!
Die Besucherinnen und Besucher der 4. Karlsruher PROMS können sich in der Konzertpause schon Tickets für die Beethoven-Sinfonie sichern. Informationen zum allgemeinen Vorverkauf folgen demnächst an dieser Stelle.

Erfolgreiche Hauptprobe bei tropischen Temperaturen

Heute fand die erste Probe mit den über 180 Mitwirkenden der 4. Karlsruher Proms statt. Das spannungsgeladene und sehr abwechslungsreiche Programm wird sicher wieder begeistern!
Wer nicht dabei ist, verpasst etwas!


Kurzfristig frei gewordene Tickets sind noch verfügbar - am besten unter karten[at]orchester-dhbw-ka.de reservieren lassen!