Dienstag, 7. Februar 2017

Aufbruch - Wege in die Zukunft

Im Mai präsentiert sich das Sinfonieorchester an der Dualen Hochschule Karlsruhe zusammen mit dem preisgekrönten Chor proVocal anlässlich des fünfhundertjährigen Reformationsjubiläums in der Karlsruher Emmauskirche. Die musikalische Leitung hat der Dirigent Matthias Böhringer.


Neben der Reformations-Sinfonie von Mendelssohn erklingen an diesem Abend a cappella Werke sowie zwei außergewöhnliche Kompositionen für Chor und Orchester von Mozart und Vaughan Williams.
Das Offertorium „Misericordias Domini“ entstand 1775 vom damals erst neunzehnjährigen Wolfgang Amadeus Mozart. Im 18. Jahrhundert konnte ein Komponist mit seinem Schaffen nirgendwo mehr Zuhörer als in der Kirche erreichen. Seit den 1820er Jahren kam es jedoch zu einem Aufbruch und einer Trennung zwischen Kirche und Konzertsaal. Mozarts Offertorium war 1845 eines der ersten echten kirchenmusikalischen Werke in einem Konzert.
Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine berühmten 95 Thesen in Wittenberg. Der Thesenanschlag gilt als Geburtsstunde der Reformation und führte in vielen Teilen Europas zu einem Aufbruch in Kirche und Gesellschaft. Mendelssohn hat dem Reformator Martin Luther und dem Protestantismus mit seiner „Reformations-Sinfonie“ ein musikalisches Denkmal gesetzt hat. Von einer Flöte intoniert, wird der Luther-Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ am Ende der Sinfonie zu einem magischen Credo, das Mendelssohn mit wirkungsvollen Kontrasten ausformt und dann mit machtvollen Akkorden krönt.
Am Ende des Konzerts präsentieren sich der große Chor und das Orchester mit Ralph Vaughan Williams’ „Toward the Unknown Region“. Nach einem Gedicht von Walt Whitman beschwört die Komposition mit großartigen Steigerungen zunächst sehnsuchtsvoll, dann zunehmend hymnisch eine jenseitige, vom Menschen unberührte Welt.